Vegane Winterjacke: Sie braucht keine echten Daunen, um warm zu halten
Aktualisiert: vor 5 Tagen
Eine vegane Winterjacke hält dich warm, obwohl keine echten Daunen in ihr stecken: Ihre synthetische Füllung schließt Luft ein und bremst so den Wärmeverlust. Ob sie für deinen Winter reicht, entscheiden Füllmenge, Schnitt und Details wie Kapuze und Bündchen.
Von außen sehen viele Winterjacken gleich aus, der Unterschied steckt im Innenleben. Dieser Ratgeber erklärt, was eine Jacke vegan macht, welche Merkmale an kalten Tagen zählen und woran du eine gut gemachte Jacke erkennst.

Was ist eine vegane Winterjacke?
Eine vegane Winterjacke enthält keine tierischen Bestandteile. In der Füllung stecken keine echten Daunen und Federn, an der Kapuze sitzt kein Echtfell, und das Futter enthält keine Wolle. Gewärmt wird die Jacke von einer synthetischen Füllung, die zwischen feinen Kunstfasern Luft einschließt.
Echte Daunen sind das feine Untergefieder von Gänsen und Enten, und wie sie gewonnen wurden, sieht man einer fertigen Jacke nicht an. Typisch für eine vegane Jacke sind diese Materialien:
Oberstoff: Polyester, Polyamid oder Baumwolle
Futter: Polyester oder Viskose
Füllung: synthetische Fasern, meist aus Polyester
Besatz an Kapuze und Kragen: Webpelz aus Kunstfasern
Wolle und Seide sind Naturfasern, stammen aber vom Tier. In einer veganen Jacke kommen sie deshalb nicht vor. Über die Wärme sagt das Wort vegan noch nichts: Es beschreibt, woraus eine Jacke besteht.
Bei NAVAHOO, MARIKOO und STONE HARBOUR steckt in keiner Jacke etwas vom Tier: keine echten Daunen, kein Pelz. Was bei uns nach Fell aussieht, ist Webpelz aus Synthetik. Seit 2017 ist NAVAHOO im Fur-Free-Retailer-Programm gelistet, das in Deutschland von VIER PFOTEN vertreten wird.
Webpelz und Echtfell sehen sich an einer Kapuze oft sehr ähnlich. Wie du den Unterschied prüfst, ohne die Jacke zu beschädigen, zeigt unser Beitrag Kunstfell und Echtfell erkennen.
Hält eine Winterjacke ohne Daunen warm?
Ja. Warm hält dich die Luft, die eine Füllung zwischen ihren Fasern festhält, und das können synthetische Füllungen auch. Wie warm dir wird, hängt von der Füllmenge ab und davon, ob Schnitt und Kapuze die warme Luft im Inneren halten. Mit dicker Wattierung reicht eine vegane Winterjacke auch für Tage unter minus 5 °C.
Das Wärmste an deiner Jacke bist du: Dein Körper ist die Heizung, die Jacke ist die Dämmung. Eine synthetische Füllung besteht aus feinen, gekräuselten Kunstfasern, die ein lockeres Vlies bilden. Zwischen den Fasern sitzen unzählige kleine Luftpolster. Je mehr davon eine Jacke hat, desto langsamer gibt dein Körper Wärme nach außen ab. Unsere synthetischen Füllungen reichen von der leichten Übergangsjacke bis zum Wintermantel.
Die Luftschicht isoliert nur, solange sie Platz hat. Sitzt die Jacke zu eng oder drückt ein Rucksackgurt die Füllung flach, wird es an dieser Stelle kühler. Lass beim Anprobieren deshalb Platz für einen dicken Pullover.
Damit die Füllung dort bleibt, wo sie wärmen soll, wird sie bei Steppjacken in Kammern genäht. Fehlt an einer Stelle Füllung, spürst du das an kalten Tagen sofort. Auf eine gleichmäßig verteilte Füllung kommt es deshalb genauso an wie auf ihre Menge.
Echte Daunen wärmen bei gleichem Gewicht stärker, synthetische Füllungen kommen dafür besser mit Feuchtigkeit zurecht und trocknen schneller. Wie sich beide Füllungen beim Pendeln, im Regen und in der Waschmaschine schlagen, vergleicht unser Beitrag Daune oder Kunstfaser. Den Begriff vegane Daune, der für synthetische Füllungen nach dem Vorbild echter Daunen steht, erklären wir in einem eigenen Artikel.
Welche Winterjacken halten warm?
Warm halten Winterjacken, die genug Füllung haben und die Wärme nicht entweichen lassen. Achte auf eine Länge, die über die Hüfte reicht, eine Kapuze, die eng anliegt, und eine dicke, gleichmäßige Wattierung. Bündchen an den Ärmeln, ein hoher Kragen und eine Windleiste am Reißverschluss halten zusätzlich Zugluft ab.
Länge: Je mehr vom Körper die Jacke bedeckt, desto weniger Wärme geht verloren. Ein Parka oder Mantel, der bis zum Oberschenkel oder übers Knie reicht, hält auch beim Warten an der Haltestelle warm.
Kapuze: Sie schützt Kopf und Nacken vor Wind. Gut ist eine Kapuze, die sich mit einem Kordelzug enger stellen lässt und auch bei Wind sitzt.
Wattierung: Je kälter es wird, desto dicker sollte die Füllung sein. Wichtig ist, dass sie überall gleich stark ist, auch an Schultern und Rücken.
Bündchen: Innenbündchen oder verstellbare Ärmelabschlüsse schließen am Handgelenk ab. So zieht keine kalte Luft in die Ärmel.
Kragen und Windleiste: Ein Stehkragen, der bis zum Kinn reicht, schließt die Lücke zwischen Kapuze und Jacke. Eine Windleiste am Reißverschluss hält Zugluft von der Brust fern.
Dazu kommt, was du draußen machst. Wer zügig zur Bahn läuft, kommt mit weniger Füllung aus als jemand, der eine Stunde am Spielfeldrand steht. Und wer schnell friert, greift lieber zur wärmeren Jacke. Als grobe Orientierung dient unsere Faustregel:
Leichte Übergangsjacke: etwa 10 bis 20 °C
Klassische Winterjacke: etwa minus 5 bis 10 °C
Dicke Wattierung: unter minus 5 °C
Welche Jacke bei welcher Temperatur passt und was Wind und Nässe daran ändern, erklärt ein eigener Beitrag.

Woran erkennst du eine gute Winterjacke ohne Daunen?
An einer gleichmäßig verteilten Füllung, sauber verarbeiteten Nähten und Details, die im Alltag funktionieren: einem Reißverschluss, den du auch mit Handschuhen greifen kannst, und einer Kapuze, die bei Wind sitzt. Innenbündchen schließen am Handgelenk ab, und die Füllung federt nach dem Zusammendrücken zurück.
Füllung und Futter prüfst du mit diesen Handgriffen, im Laden oder direkt nach der Lieferung, solange die Etiketten noch dran sind:
Füllung abtasten: Fahr mit der flachen Hand über Brust, Rücken und Ärmel. Die Füllung sollte überall gleich dick sein, ohne dünne Stellen an Schultern oder Ellbogen.
Zurückfedern lassen: Drück eine Kammer kurz zusammen und lass los. Eine gute Wattierung federt zurück und füllt die Kammer wieder aus.
Futter und Taschen prüfen: Ein glattes Futter lässt die Jacke leicht über den Pullover gleiten. Eine Innentasche fürs Handy ist an kalten Tagen praktisch, weil der Akku in der Kälte schneller nachlässt.
Wie du Nähte, Reißverschluss und Kapuze im Laden prüfst, zeigt unsere Checkliste gute Winterjacke erkennen.
Damit die Füllung locker bleibt, kommt es beim Waschen auf Programm, Schleudern und Trocknen an. Was das Pflegeetikett erlaubt und wie du Schritt für Schritt vorgehst, zeigt unser Beitrag Winterjacke waschen.
Für Damen: NAVAHOO und MARIKOO
NAVAHOO macht seit 2014 sauber verarbeitete Damenjacken mit Charakter: Designs, die man auf der Straße wiedererkennt. Wer es lang und warm mag, schaut sich die Wintermäntel von NAVAHOO an.
MARIKOO steht seit 2016 für Jacken, die warm halten und dabei wenig wiegen, mit weichen Farben und verspielten Details. Für die Wochen, in denen ein Wintermantel zu viel ist, sind die Übergangsjacken von MARIKOO gemacht.
Steppjacken gibt es bei uns dünn für die Übergangszeit und dick wattiert für den Winter. Parkas sind lang genug, um warm zu bleiben, und lässig genug für den Alltag.
Im Shop stehen die Damenmodelle unter Winterjacken, Steppjacken und Parkas.
Für Herren: STONE HARBOUR
STONE HARBOUR macht seit 2020 vegane Winterjacken für Herren: Die Formen sind zeitlos, die Farben gedeckt. Im Shop stehen die Modelle unter Herrenjacken.

Häufige Fragen zur veganen Winterjacke
Woran erkennst du, ob eine Jacke vegan ist?
Das verrät dir das Etikett: Dort stehen die Materialien von Oberstoff, Futter und Füllung. Achte auf echte Daunen und Federn, Wolle, Leder und Echtfell, denn diese Materialien stammen vom Tier. Enthält eine Jacke Teile wie Leder oder Echtfell, muss das Etikett den Hinweis „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ tragen. Steht auf dem Etikett oder in der Produktbeschreibung „100 % vegan“, sagt der Hersteller zu, dass die Jacke keine tierischen Bestandteile enthält.
Hält eine Winterjacke ohne Daunen auch bei Nässe warm?
Ja. Eine synthetische Füllung wärmt auch dann noch, wenn sie feucht geworden ist, und sie trocknet schneller als echte Daunen. Den Regen hält vor allem der Oberstoff ab. Die meisten unserer Jacken sind wind- und wasserabweisend. Bei stundenlangem Dauerregen kommt jede wattierte Jacke an ihre Grenzen, dann ist eine Regenjacke die bessere Wahl.
Was bedeutet 100 % vegan bei einer Winterjacke?
In einer veganen Jacke steckt nichts vom Tier, weder in der Wattierung noch im Futter oder am Kapuzenbesatz. Das gilt auch für Kleinteile wie Patches, Zipper-Anhänger oder Knöpfe, die bei manchen Jacken aus Leder oder Horn sind. „Pelzfrei“ heißt: kein Echtfell an der Jacke. Echte Daunen, Wolle oder Lederpatches darf eine pelzfreie Jacke trotzdem enthalten. NAVAHOO, MARIKOO und STONE HARBOUR sind in allen Modellen zu 100 % vegan.


