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Kunstfell oder Echtfell? So erkennst du den Unterschied an der Kapuze

8. Okt.
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Tag

Kunstfell und Echtfell erkennst du am sichersten am Grund des Fells: Scheitel die Haare, dann siehst du bei echtem Fell Leder und bei Kunstfell ein Trägergewebe aus Fäden. Zwei weitere Hinweise prüfst du im Laden in wenigen Sekunden. Echtes Fell hat unter den langen Deckhaaren eine feine, gekräuselte Unterwolle, und es bewegt sich locker, wenn du hineinpustest.

Der Blick lohnt sich, weil echtes Fell oft dort steckt, wo man es nicht erwartet: am Kapuzenrand eines Parkas oder als Bommel an der Mütze. Die Verbraucherzentrale Hamburg weist darauf hin, dass die vorgeschriebene Kennzeichnung dabei häufig fehlt und selbst ein niedriger Preis kein Hinweis auf Kunstfell ist.





Woran erkennst du echtes Fell an der Kapuze?

An vier Merkmalen, die du ohne Werkzeug prüfst. Nimm die Kapuze in die Hand und geh sie der Reihe nach durch:

  1. Scheiteln: Zieh die Haare an einer Stelle bis zum Grund auseinander. Siehst du Leder oder Haut, ist das Fell echt. Siehst du ein Gewebe, in dem die Fasern in Reihen stecken, ist es Kunstfell.

  2. Unterwolle suchen: Echtes Fell besteht aus langen Deckhaaren und darunter kurzer, gekräuselter Unterwolle. Bei Kunstfell sind die Fasern meist gleich lang und gleich dick.

  3. Pusten: Puste von vorn in den Besatz. Echte Haare sind leicht, bewegen sich locker und fallen danach zurück. Kunstfasern sind steifer und bewegen sich kaum.

  4. Spitzen ansehen: Echte Haare laufen zur Spitze fein aus. Kunstfasern sind oft auf ganzer Länge gleich dick und an der Spitze stumpf abgeschnitten.

Dieselben Prüfungen funktionieren an Kragen, Bommelmützen und Handschuhrändern. Bei geschorenem, gefärbtem oder gemischtem Fell stoßen sie allerdings an Grenzen. Bleiben Zweifel, frag im Geschäft nach dem Material des Besatzes. Bekommst du keine klare Antwort, lass die Jacke hängen.

Von der Brennprobe, die manche Ratgeber empfehlen, raten wir ab. Kunstfasern schmelzen beim Anzünden und können heiß abtropfen, und die Jacke trägt eine Brandstelle davon. Die vier Prüfungen oben reichen in den meisten Fällen.



Was bedeutet „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“?

Der Satz muss auf dem Etikett stehen, wenn ein Kleidungsstück Teile von Tieren enthält, die keine Textilfasern sind. Gemeint sind etwa Fell, Leder, echte Daunen und Federn oder Knöpfe aus Horn. So schreibt es die EU-Textilkennzeichnungsverordnung Nr. 1007/2011 vor. Die Pflicht gilt für Textilerzeugnisse, also für Kleidung, die zu mindestens 80 Prozent aus Textilfasern besteht. Lederjacken und Pelzmäntel fallen deshalb gar nicht unter diese Regel.

Welches Teil gemeint ist, verrät der Hinweis nicht. Ein Lederpatch am Bund löst ihn genauso aus wie ein Kapuzenrand aus echtem Fell. Steht er auf einer Jacke mit Besatz, lohnt der Blick auf den Grund des Fells. Fehlt er, ist das kein Beweis für Kunstfell, denn Verbraucherschützer finden immer wieder echtes Fell ohne Kennzeichnung.

Genauer sind die Regeln in der Schweiz: Dort müssen Händler bei echtem Pelz die Tierart, die Herkunft und die Art der Gewinnung angeben. In Deutschland genügt der allgemeine Hinweis auf dem Etikett.

Den Hinweis findest du meist auf dem eingenähten Etikett an der Seitennaht, zusammen mit den Materialangaben und den Pflegesymbolen. Beim Onlinekauf steht die Materialzusammensetzung in der Produktbeschreibung.



Ist Kunstfell vegan?

Ja. Kunstfell besteht aus synthetischen Fasern und enthält keine Teile von Tieren. Vegan beschreibt dabei, dass kein Tier im Material steckt. Über die Umweltbilanz sagt der Begriff nichts, denn die Fasern sind aus Kunststoff.

Den Namen Webpelz verdankt das Material seiner Herstellung: Die Fasern werden in ein Grundgewebe eingestrickt oder eingewebt, danach geschoren, geglättet und oft gefärbt, bis sie aussehen wie Fell. Lange Fasern ahmen die Deckhaare nach, kürzere eine Unterwolle. Gute Imitate kombinieren deshalb mehrere Faserlängen. Das Gewebe am Grund lässt sich dagegen nicht verstecken, und deshalb ist der Scheiteltest so zuverlässig.

Bei NAVAHOO, MARIKOO und STONE HARBOUR ist alles, was nach Fell aussieht, Webpelz aus Synthetik. Alle drei Marken sind 100 % vegan. In unseren Jacken stecken keine echten Daunen, kein Pelz und keine anderen tierischen Bestandteile. Seit 2017 sind wir im Fur-Free-Retailer-Programm gelistet, das in Deutschland von VIER PFOTEN vertreten wird. Die Kurzantwort für unsere Jacken steht auch in den häufigen Fragen auf unserer Startseite.

Wie ein Besatz aus Webpelz den Look einer Jacke verändert, zeigen die Jacken von NAVAHOO mit abnehmbaren Kapuzen und Besätzen.



Ist Kunstfell warm?

Als Futter ja, als Besatz an der Kapuze vor allem gegen Wind. Ein Futter aus Kunstfell, etwa ein Teddyfutter, hält viel ruhende Luft zwischen den Fasern und wärmt dadurch. Der Fellrand an der Kapuze bremst den Wind vor dem Gesicht, so bleibt dort eine ruhigere und wärmere Luftschicht.

Den Großteil der Wärme liefert bei einer Winterjacke die Wattierung, dazu kommen die Länge und eine Kapuze, die eng am Kopf sitzt. Worauf es bei der Wärme einer veganen Jacke ankommt, steht im Beitrag Winterjacke ohne Daunen. Winterjacken mit Kapuze und Webpelz findest du bei den Winterjacken für Damen im Shop.

Damit der Besatz lange weich bleibt, braucht er etwas Pflege. Wie du ihn sauber hältst, ohne dass er verfilzt, erklärt der Beitrag Kunstfell waschen.

Merksatz: Scheiteln, pusten, Etikett lesen. Siehst du am Grund Leder, ist das Fell echt.

Häufige Fragen


Ist Webpelz dasselbe wie Kunstfell?

Ja. Webpelz, Kunstpelz, Kunstfell und Fake Fur meinen dasselbe: synthetische Fasern auf einem textilen Träger, die aussehen wie Fell.



Ist Kunstfell immer günstiger als Echtfell?

Nein. Verbraucherschützer finden echtes Fell auch an preiswerten Jacken und Mützen. Der Preis taugt deshalb nicht als Hinweis. Verlässlicher sind der Blick auf den Grund des Fells und das Etikett.



Woran erkennst du Kunstfell beim Onlinekauf?

An der Materialangabe in der Produktbeschreibung. Dort steht, woraus der Besatz besteht, etwa Polyester oder Acryl. Fehlt die Angabe, frag beim Händler nach, bevor du bestellst.



Sind Jacken mit Fellkapuze noch modern?

Ein Besatz an der Kapuze gehört bei Winterjacken seit Jahren dazu, als dichter Rand oder als schmale Blende. Ist er abnehmbar, entscheidest du jeden Tag neu: Mit Besatz wirkt die Jacke winterlicher, ohne Besatz schlichter.


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