Winterjacke ohne PFAS: Was steckt dahinter, und was ändert das EU-Verbot?
Aktualisiert: 8. Okt.
Eine Winterjacke ohne PFAS hält Regen mit einer Ausrüstung ab, die ohne Fluorchemie auskommt, zum Beispiel auf Basis von Silikon, Paraffin oder Wachs. PFAS, also per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, machen Textilien wasser-, schmutz- und fettabweisend. Allerdings werden sie in der Umwelt kaum abgebaut. Für eine Untergruppe, PFHxA und verwandte Stoffe, gilt ab dem 10. Oktober 2026 eine EU-weite Beschränkung in Kleidung, Schuhen und Imprägniersprays für Verbraucher.
Vielleicht ist dir der Begriff PFAS-frei schon auf einem Etikett begegnet. Hier liest du, was hinter den Chemikalien steckt, warum sie in der Kritik stehen, was die neue EU-Regel ändert und woran du PFAS in Kleidung erkennst.

Was sind PFAS, und wofür werden sie eingesetzt?
PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Oft ist auch von PFC die Rede, von per- und polyfluorierten Chemikalien. Die Stoffgruppe ist groß und steckt in vielen Industrieprodukten. Auf Textilien sorgen PFAS dafür, dass Wasser, Schmutz und Fett abperlen. In Outdoor- und Regenbekleidung waren sie deshalb lange Standard.
Was Regen zuverlässig abperlen lässt, klingt zuerst nach einer guten Idee. Der Haken ist die Beständigkeit: PFAS werden in der Umwelt praktisch nicht abgebaut. Deshalb heißen sie auch Ewigkeitschemikalien.
Warum stehen PFAS in der Kritik?
PFAS reichern sich in Böden, Gewässern und Lebewesen an. Untersuchungen des Umweltbundesamts und der Europäischen Chemikalienagentur zeigen, dass die Stoffe weltweit nachweisbar sind, selbst in entlegenen Regionen wie der Arktis.
Auch für die Gesundheit sehen Forschungseinrichtungen Hinweise auf Risiken, denn PFAS können sich im Körper anreichern. Eine Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) zeigt, dass PFAS die Aktivität menschlicher Immunzellen herabsetzen können. Die Health and Environment Alliance (HEAL) berichtet, dass PFAS die Fruchtbarkeit und die Entwicklung von Kindern beeinträchtigen können.
Was ändert die PFHxA-Beschränkung ab 10. Oktober 2026?
Ab dem 10. Oktober 2026 gilt in der EU eine Beschränkung für PFHxA, ihre Salze und verwandte Stoffe. Kleidung, Schuhe und Imprägniersprays für Verbraucher, die ab diesem Tag neu in Verkehr gebracht werden, dürfen diese Stoffe nur noch in Spuren unterhalb strenger Grenzwerte enthalten. Die Regel gilt für alle Anbieter. Grundlage ist die Verordnung (EU) 2024/2462.
Für Textilien außerhalb der Bekleidung, etwa Heimtextilien, gilt die Beschränkung ab dem 10. Oktober 2027. Ware, die vor dem jeweiligen Stichtag in Verkehr gebracht wurde, darf weiter verkauft werden.
Die Verordnung erfasst eine Untergruppe der PFAS. Laut EU-Kommission dient PFHxA häufig als Ersatz für PFOA, das in der EU bereits verboten ist. Andere PFAS fallen nicht unter diese Beschränkung, zum Beispiel Fluorpolymere wie PTFE, aus dem manche Membranen bestehen.
Ein Verbot aller PFAS ist das nicht. Eine Beschränkung der gesamten Stoffgruppe haben fünf europäische Staaten 2023 vorgeschlagen. Die Europäische Chemikalienagentur ECHA prüft diesen Vorschlag, beschlossen ist er bislang nicht. Den aktuellen Stand veröffentlicht die ECHA auf ihrer Themenseite zu PFAS.
Für dich heißt das: Kleidung, die ab dem Stichtag neu in den Handel kommt, darf PFHxA höchstens noch in Spuren enthalten. Ein Blick aufs Etikett lohnt sich trotzdem, denn die Regel erfasst nur einen Teil der Stoffgruppe.

Woran erkennst du PFAS in Kleidung?
Sehen, riechen oder fühlen kannst du PFAS nicht. Hinweise geben Etikett und Produktbeschreibung: Angaben wie „PFAS-frei“, „PFC-frei“ oder „fluorcarbonfrei“ bedeuten, dass der Hersteller nach eigener Aussage auf diese Chemie verzichtet. Steht dort nichts, helfen die Angaben zu Ausrüstung und Membran weiter.
Wasserabweisende Ausrüstung: Angaben wie „auf Silikonbasis“, „Paraffin“ oder „Wachs“ stehen für eine Ausrüstung ohne Fluorchemie. Begriffe wie „C6“, „C8“ oder „Fluorcarbon“ weisen auf fluorierte Verbindungen hin.
Membran: Eine PTFE-Membran besteht aus einem Fluorpolymer. Membranen aus Polyurethan (PU) oder Polyester kommen ohne Fluor aus.
Abperleffekt: Dass Wasser abperlt, verrät nichts über die Chemie dahinter. Ausrüstungen ohne Fluor lassen Regen ebenfalls abperlen, Öl und Fett weisen sie etwas schwächer ab.
Nachfragen: Fehlen die Angaben, frag beim Händler oder Hersteller nach, womit die Jacke ausgerüstet ist.
Wie wird eine Jacke ohne PFAS wasserabweisend?
Die wasserabweisende Wirkung übernehmen Ausrüstungen ohne Fluorchemie, zum Beispiel auf Silikon- oder Paraffinbasis. Sie lassen Regen und Schnee abperlen, und für Stadt, Pendeln und Alltag reicht das fast immer. Warum eine synthetische Füllung auch feucht wärmt, erklärt unser Ratgeber zur Winterjacke ohne Daunen.
Mit der Zeit lässt jede Ausrüstung nach, denn Tragen, Reibung und Wäschen nutzen sie ab. Dann frischst du sie mit einem Imprägniermittel ohne PFAS auf. Was deine Jacke verträgt, steht auf dem Pflegeetikett. Wie du sie wäschst, zeigt der Beitrag Winterjacke waschen.
Was heißt das für unsere Jacken?

Die PFHxA-Beschränkung gilt für alle Anbieter von Bekleidung, also auch für NAVAHOO, MARIKOO und STONE HARBOUR. Darüber hinaus bevorzugen wir zunehmend Materialien ohne bewusst zugesetzte PFAS.
Die meisten unserer Jacken sind wind- und wasserabweisend. Ob ein Modell wasserabweisend ist, steht in der Produktbeschreibung im Shop. Alle drei Marken sind zu 100 % vegan: keine echten Daunen, kein Pelz, keine tierischen Bestandteile.
Die Kurzantwort zu unseren Jacken findest du auch in den häufigen Fragen auf unserer Startseite.
Wattierte Jacken für kalte Tage findest du bei den Winterjacken für Damen und den Jacken für Herren.
Häufige Fragen zu PFAS in Jacken
Was bedeutet PFAS-frei bei einer Jacke?
Der Hersteller gibt damit an, dass bei der Herstellung keine per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen eingesetzt wurden. Die wasserabweisende Wirkung übernimmt dann eine Ausrüstung ohne Fluorchemie, zum Beispiel auf Silikonbasis.
Ab wann gilt das PFAS-Verbot für Kleidung?
Die EU-Beschränkung für PFHxA und verwandte Stoffe gilt für Kleidung, Schuhe und Imprägniersprays für Verbraucher ab dem 10. Oktober 2026, für andere Textilien ab dem 10. Oktober 2027. Ein Verbot aller PFAS gibt es bislang nicht, einen Vorschlag dazu prüft die Europäische Chemikalienagentur ECHA.
Ist eine Jacke ohne PFAS genauso wasserabweisend?
Für Regen und Schnee im Alltag reicht die Wirkung in der Regel aus, denn Ausrüstungen ohne Fluorchemie lassen Wasser ebenfalls abperlen. Öl und Fett weisen sie etwas schwächer ab. Lässt die Wirkung nach, frischt ein Imprägniermittel ohne PFAS sie wieder auf.
Sind PFAS gesundheitsschädlich?
Es gibt Hinweise auf Risiken, denn PFAS können sich im Körper anreichern. Eine Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt, dass PFAS die Aktivität menschlicher Immunzellen herabsetzen können. Die Health and Environment Alliance berichtet, dass sie die Fruchtbarkeit und die Entwicklung von Kindern beeinträchtigen können.


